GmbH-Strukturen & Holding — wann lohnt sich eine eigene Gesellschaft?

Eine GmbH kann die Steuerlast erheblich senken — aber sie ist kein Allheilmittel. Die Vorteile sind real, die Nachteile auch. Ich arbeite beides heraus — auf Basis Ihrer konkreten Situation.

Körperschaftsteuer sinkt ab 2028 stufenweise
Seit Juli 2025 ist es Gesetz: Die Körperschaftsteuer sinkt ab 2028 jährlich um 1 Prozentpunkt — von 15 % auf 10 % im Jahr 2032. Die Gesamtbelastung für GmbHs fällt damit von ca. 30 % auf ca. 25 %. Gesetzesgrundlage: Gesetz für ein steuerliches Investitionssofortprogramm zur Stärkung des Wirtschaftsstandorts Deutschland, in Kraft seit 18.07.2025, § 23 Abs. 1 KStG.
2026/27
15 %
2028
14 %
2029
13 %
2030/31
12/11 %
ab 2032
10 %
Welche GmbH passt zu wem?
Stärkster Hebel

Immobilien-GmbH

Mit erweiterter Gewerbesteuerkürzung nach § 9 Nr. 1 Satz 2 GewStG: Mieteinnahmen vollständig von der Gewerbesteuer befreit. Effektive Steuerbelastung: nur ca. 15,825 % (nur KSt + Soli, keine GewSt). Voraussetzung: Die GmbH verwaltet ausschließlich eigenen Grundbesitz — kein gewerblicher Zusatzbetrieb, keine schädlichen Nebentätigkeiten.

Vermögensverwaltende GmbH für Kapitalanlagen

Für Anleger die Kapitalerträge langfristig thesaurieren und nicht entnehmen möchten, kann eine GmbH einen begrenzten Steuerstundungseffekt bieten. Wichtig: Bei Dividenden aus Streubesitz und bei geplanten Ausschüttungen ist das Privatvermögen mit 25 % Abgeltungssteuer oft günstiger als die GmbH. Der Vorteil entsteht nur bei konsequenter Thesaurierung über sehr lange Zeiträume — und kippt bei Ausschüttung. Eine individuelle Berechnung ist hier unerlässlich.

Holding als Dachstruktur

§ 8b KStG: Dividenden und Veräußerungsgewinne zwischen Kapitalgesellschaften zu 95 % steuerfrei. Effektive Steuerbelastung: nur ca. 1,5 %. Gewinne können fast unversteuert in der Holding gesammelt und weiterinvestiert werden — maximaler Zinseszinseffekt.

Erweiterte GewSt-Kürzung — der entscheidende Unterschied

StrukturKSt + SoliGewStGesamt
Gewerbliche GmbH15,825 %~14 %~30 %
Immobilien-GmbH mit erw. Kürzung15,825 %0 %15,825 %
Ehrlich benannt

Grunderwerbsteuer beim Einbringen

In Hessen aktuell 6 % des Verkehrswerts beim Übertragen bestehender Immobilien in die GmbH. Frisst den Steuervorteil oft auf Jahre hinweg auf.

Kein Spekulationsfrist-Vorteil

Immobilien in einer GmbH unterliegen keiner 10-Jahres-Frist. Verkaufsgewinne sind immer steuerpflichtig.

Ausschüttungsbesteuerung

Wer Geld privat entnimmt, zahlt auf die Ausschüttung zusätzlich 25 % Abgeltungssteuer zzgl. Solidaritätszuschlag. Gesamtbelastung bei vollständiger Ausschüttung ca. 45–50 %. Die GmbH ist ein Thesaurierungsinstrument.

Ausschließlichkeitsgebot

Die erweiterte GewSt-Kürzung ist extrem empfindlich. Schon kleinste schädliche Nebentätigkeiten (z.B. PV-Verpachtung an verbundene Unternehmen) können die Kürzung für alle Erträge verhindern.

Verwaltungsaufwand

Buchführungspflicht, Jahresabschluss, Gesellschafterbeschlüsse, Handelsregister — real und kostenintensiv.

GmbH & Holding
Ab wann lohnt sich eine Immobilien-GmbH?

Als Daumenregel: Ab mehreren Objekten, einem persönlichen Steuersatz von 42 % oder mehr, und dem klaren Plan, Erträge langfristig zu thesaurieren. Entscheidend ist, ob die erweiterte Gewerbesteuerkürzung in Anspruch genommen werden kann — das halbiert die Steuerbelastung gegenüber einer gewerblichen GmbH.

Was ändert sich durch die KSt-Absenkung ab 2028?

Wer heute eine GmbH gründet und Gewinne thesauriert, profitiert ab 2028 automatisch von niedrigerer Steuerbelastung auf denselben Gewinn. Bis 2032 sinkt die Körperschaftsteuer von 15 % auf 10 % — das macht die Gründungsentscheidung heute noch attraktiver.

Was ist das Holdingprivileg nach § 8b KStG?

Dividenden und Veräußerungsgewinne zwischen Kapitalgesellschaften sind zu 95 % steuerfrei. Die Holding zahlt effektiv ca. 1,5 % Steuern auf Gewinne aus Tochtergesellschaften — das ermöglicht Reinvestitionen mit maximalem Zinseszinseffekt über viele Jahre.

Kann ich bestehende Immobilien in eine GmbH einbringen?

Ja — aber mit steuerlichen Konsequenzen. Die Übertragung löst Grunderwerbsteuer aus, in Hessen aktuell 6 % des Verkehrswerts. Sinnvoller ist es meist, neue Investitionen von Anfang an über die GmbH zu strukturieren statt bestehende Objekte einzubringen.

GmbH-Strukturen funktionieren — aber nur wenn sie zur Person, den Zielen und dem Zeithorizont passen. Im Erstgespräch rechnen wir das gemeinsam durch.

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